Pfarrerin Ulrike Walter

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Liebe Leserin, lieber Leser,

 

 

Sehet, die erste Kerze brennt…“

 

Und warum nicht gleich vier? Wir hätten doch Licht so nötig an diesen langen, trüben Winterabenden, viel Licht!

„Eins nach dem anderen, dann wird eine runde Sache draus.“

Ist das die Weisheit, die in den vier Kerzen am runden Kranz verborgen liegt?

Ich versuche es. Langsam. Eine Kerze nach der anderen.

Adventszeit – Zeit des Wartens, Zeit der Besinnung – bis zur Ankunft des Christuskindes.

Ob es mir – ob es uns gelingt im Trubel und der Hektik der Adventzeit zur Ruhe zu kommen, Momente der Stille zu finden? Ich mache mich auf den Weg. Machen wir uns gemeinsam auf den Weg, liebe Leserin, lieber Leser.

 

Ich nehme mir Zeit.

 

Jede Kerze steht für ein Jahrtausend, in dem die Menschen der Bibel auf den Messias warteten. Oder auch für die vier Evangelien, die das Kommen des Messias berichten. Ich habe vier Wochen Zeit, ein paar Geschichten aus diesen Jahrtausenden wieder einmal nachzulesen. Und nachzudenken:

Woher komme ich? Worauf warte ich?

 

Ich lasse Licht werden.

 

Vier Wochen habe ich Zeit, dunkle Ecken auszuleuchten: auf dem Speicher der fast vergessenen Gefühle, Erinnerungen und Pläne, der ungeschriebenen Briefe und der nie ausgesprochenen Worte. Was gehört längst ans Licht? Und was sieht – bei Licht besehen – gleich ganz anders aus?

 

Ich spüre die Wärme –

 

mitten im kalten Winter. Ich spüre, wie nötig Wärme ist: Für die Freundschaften, die ich auf Eis gelegt habe. Für die Anteilnahme, die ich mir vorgenommen hatte – schon Schnee von gestern? Für die Winkel, in denen ich innerlich friere.

Vier Wochen Zeit, es tauen zu lassen.

 

Ich brauche Phantasie –

 

Einen kleinen Geistesblitz, was ich schenken könnte. Was braucht der Partner, die Kinder, die Enkel, die Freunde? Was brauchen sie wirklich, von mir? Vielleicht Zeit, Licht, Wärme und Phantasie?

 

Dann wäre ich, am Ende des Advents, gut angekommen: bei denen, die ich beschenken will – und bei dem, der uns beschenken will.

 

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit. Möge es hell und warm in Ihnen und um Sie herum werden.

 

 

Ihre

Ulrike Walter, Pfarrerin