Pfarrerin Ulrike Walter

Hauptstraße 51

74925 Epfenbach

Telefon: 07263-5857

Telefax: 07263-3216

E-Mail: Ulrike.Walter@kbz.ekiba.de



 

 

Jesus Christus spricht: Wachet! Mk 13,37 (Monatslosung März)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Immer wieder deutet er an, dass dieser Weg mit seinem Tod enden wird. Nicht mehr lange und sie werden ohne ihn, ihren Herrn und Meister, wie sie ihn nennen, klarkommen müssen. Er wird sie verlassen. Die Jünger können es nicht fassen und wollen es nicht akzeptieren. Petrus als Sprecher der Gruppe „nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren.“ Doch das Angekündigte geschieht! Jesus wird verhaftet und hingerichtet. In seiner Angst im Garten Gethsemane bittet Jesus die Jünger, mit ihm zu wachen und zu beten.

„Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet!“, nehmen wir seine Worte in der Osternacht auf. Die Jünger jedoch schlafen ein. „Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“ Enttäuschung scheint bei Jesu Worten mitzuschwingen.

Jesus Christus spricht: Wachet!

Schon vorher hatte Jesus seine Jünger zur Wachsamkeit ermahnt. Als er von seiner Wiederkunft am Ende der Zeiten spricht. Der Abschied wird nicht endgültig sein. Jesus wird wiederkommen. Doch wann das sein wird, weiß niemand außer Gott. Daher ist es gut, jederzeit vorbereitet zu sein. Die Jünger sollen die Zeichen der Zeit erkennen und richtig deuten. Bei einem Baum, so erläutert Jesus, der anfängt Blätter zu treiben, erkennen die Menschen, dass der Sommer nahe ist – und freuen sich darauf und stellen sich auf Saat und Ernte ein. Jesus vergleicht seine Situation mit der eines Hausherrn, der verreist und sein Hab und Gut den Dienern anvertraut und offen lässt, wann er zurückkommen wird. Gute Verwalter werden so agieren, dass alles in Ordnung ist, wann auch immer der Hausherr zurückkommt.

Jesus Christus spricht: Wachet!

Eine merkwürdige Aufforderung! Wir können nicht immer wach bleiben. Wir brauchen erholsamen und guten Schlaf.

„Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt!“

Wir können und sollen wachsam sein in der Begegnung mit dem Nächsten, dass wir nicht wichtige Gelegenheiten „verschlafen“, einem anderen zu helfen, ihm ein ermutigendes Wort zu sagen, Stellung zu beziehen, wo Unrecht geschieht. Wachsam sein bedeutet sicher auch, alles, was uns begegnet, an Gottes Wort zu messen. „Wachet“ als als Aufforderung, bereit zu sein, unserem Herrn und Heiland gegenüberzutreten. Unser Leben hier auf Erden wird einmal ein Ende haben.

Jesus Christus spricht: Wachet!

Lasst uns auch in dieser Passionszeit mit Jesus den Weg nach Jerusalem gehen. Lasst uns mit ihm wachen und beten. Am Ende dürfen wir in den Freudenruf am Ostermorgen einstimmen: Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Wachet, damit ihr diesen Ruf hört. Wachet, damit ihr dabei seid, wenn Jesus wiederkommt. Wachet und vertraut auf den Zuspruch: Ich bin bei auch alle Tage bis an der Welt Ende. Jesus ist ja jetzt schon bei uns. Er wacht über uns. Wo wir versagen, fängt er uns auf. Wo die Nacht des Leids und der Schmerzen über uns kommt, ist er an unserer Seite. Er hat es selbst erlitten. Und er ist der, der über uns wacht, wie es in dem Abendlied heißt: Einer wacht und trägt allein ihre Müh und Plag, der lässt keinen einsam sein, weder Nacht noch Tag. (EG 487,2)

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Passionszeit und ein frohes Osterfest!

Ihre

 

Pfarrerin Ulrike Walter