Pfarrerin Ulrike Walter

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Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139, 14)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

es erfüllt mich mit Freude, dass in diesen Wochen viele Eltern ihre Kinder zur Taufe anmelden und wir wunderbare Taufgottesdienste miteinander feiern können und konnten. Bei den Gesprächen mit den Eltern fliegen mir ganz viel Freude und Glück über dieses neue junge Leben entgegen. Immer wieder jedoch kommen auch Schwierigkeiten in der Schwangerschaft, bei der Geburt zur Sprache – oder auch eine Beeinträchtigung des Neugeborenen. Aufgrund unserer guten medizinischen Versorgung können oft Operationen und Behandlungen ganz oder teilweise zur Beseitigung der Beschwerden führen.

In früheren Jahrhunderten führte nahezu jede Beeinträchtigung zu einer attestierten Minderbegabung. So wohl auch bei dem großen Erfinder Thomas Alva Edison. Aufgrund einer Kinderkrankheit, so habe ich gelesen, kam es zu einer Beeinträchtigung des Hörvermögens. Mich als Mutter und Oma hat sehr beeindruckt, was aus seinem Leben überliefert ist.

Diese Geschichte ist auf dem Kalender abgedruckt (Kawohl Verlag Wesel – Über das Leben, 2022), den ich in diesem Jahr in meinem Büro hängen habe.

"Eines Tages kam Thomas Edison von der Schule nach Hause und gab seiner Mutter einen Brief. Er sagte ihr: "Mein Lehrer hat mir diesen Brief gegeben und sagte mir, ich solle ihn nur meiner Mutter zu lesen geben." Die Mutter hatte die Augen voller Tränen, als sie dem Kind laut vorlas: "Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule ist zu klein für ihn und hat keine Lehrer, die gut genug sind, ihn zu unterrichten. Bitte unterrichten Sie ihn selbst."

Viele Jahre nach dem Tod der Mutter, Edison war inzwischen einer der größten Erfinder des Jahrhunderts, durchsuchte er eines Tages alte Familiensachen. Plötzlich stieß er in einer Schreibtischschublade auf ein zusammengefaltetes Blatt Papier. Er nahm es und öffnete es. Auf dem Blatt stand geschrieben: "Ihr Sohn ist geistig behindert. Wir wollen ihn nicht mehr in unserer Schule haben."

Edison weinte stundenlang und dann schrieb er in sein Tagebuch: "Thomas Alva Edison war ein geistig behindertes Kind. Durch eine heldenhafte Mutter wurde er zum größten Genie des Jahrhunderts."

Wie das Leben des Thomas Alva Edison verlaufen wäre, hätte seine Mutter in die Ansicht des Lehrers eingestimmt, vermag wohl niemand zu sagen. Ihre Seele hat sich festgehalten an der Erkenntnis, die der Psalmbeter so beschreibt:

 

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

 

Mit der Glühbirne, der Erfindung von Thomas Alva Edison, wurde Licht in diese Welt getragen. Ein solcher Weg Edisons Edisons wurde erst möglich, da seine Mutter bedingungslos zu ihm gehalten hat.

 

Bei jeder Taufe erfahren wir, dass neben den Eltern Gott bedingungslos zu uns hält. In seinem Sohn Jesus Christus ist das Licht des Lebens in diese Welt gekommen.

„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt“, sagt Jesus, „der wird nicht im Finstern tappen, sondern das Licht des Lebens haben.“

Voller Hoffnung zünden wir bei der Taufe die Taufkerze am Osterlicht an und stellen unsere Kinder in und unter Gottes Licht. Weil er mitgeht, können unsere Kinder, können wir zum Licht für andere werden. Weil wir bei Gott unendlich geliebt sind, können wir unsere Kinder und uns gegenseitig mit liebenden Augen ansehen und mit Wertschätzung begegnen. So gestärkt können Menschen über sich hinauswachsen.

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Ich wünsche Ihnen gute Begegnungen und eine Seele, die die Wunder Gottes erkennt – im Mitmenschen und in dieser Welt.

Ihre

Pfarrerin Ulrike Walter