Pfarrerin Ulrike Walter

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Bleiben Sie behütet, gesund und zuversichtlich!

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

solche und ähnliche Worte sind in diesen Tagen oft zu hören oder zu lesen. Ich muss zugeben: auch ich beende immer wieder Mails und Mitteilungen mit solch einem Gruß und stelle ihn heute an den Beginn dieses Gemeindebriefs. Seit Wochen leben wir in einer unsicheren und angstmachenden Zeit. Von heute auf morgen hat sich das Leben für die meisten von uns komplett geändert. Wir müssen Abstand halten, zuhause bleiben, viele Menschen fühlen sich abgehängt und vereinsamen, weil kein Besuch mehr kommen darf. Was kaum vorstellbar gewesen war: Wir konnten keine Gottesdienste mehr feiern und auch Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu Christi, war ein stilles Fest. Konfirmationen, Jubelkonfirmationen, der Partnerschaftsbesuch mussten verschoben werden und es ist unsicher, wann es nachgeholt werden kann. Wenn alles umgeworfen und in Frage gestellt wird, brauchen wir etwas, das bleibt. Das wird mit den Worten der Überschrift dem Gegenüber zugesagt. „Bleibe behütet!“ Wer be-hütet ist, dessen Kopf ist nicht schutzlos der Sonne und dem Regen ausgesetzt. Der Hut schützt den Kopf und damit den ganzen Menschen. An anderer Stelle wird auch das Bild vom Schirm gebraucht – gut beschirmt. Als Christen vertrauen wir darauf, dass Gott uns behütet, dass er unser Schutz ist, dass er uns umgibt von allen Seiten wie es der Psalmbeter bereits erfahren hat:  Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. (Psalm 139,5) Bleib gesund!“ ist möglicherweise der zurzeit am meisten geäußerte Wunsch. Mehr als sonst spüren wir eine Ohnmacht und machen die Erfahrung: Wir alle sind gleichermaßen gefährdet. Keiner kann sicher sein, verschont zu bleiben, oder wenn schon, einen milden Verlauf zu haben. So bleibt uns, es uns gegenseitig zuzusprechen. „Bleibe zuversichtlich!“ Laut Duden ist Zuversicht ein „Festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen.“ Wir brauchen den Blick nach vorne, verbunden mit der Hoffnung auf Überwindung der Krise und ein Leben wieder in geordneten Bahnen.

Vom Bleiben spricht auch Christus. Einmal sagt er zu seinen Jüngern (Johannes 15,5):

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Am Pfarrhaus steht ein Weinstock, der in diesen Tagen Frucht ansetzt. Die Reben tragen im Herbst kleine leckere Trauben. Aber nur die, die bis dahin am Weinstock hängen bleiben. So war es jedenfalls im letzten Jahr. Wie solche Reben seid ihr, spricht Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern zu, Reben, die am Weinstock „Jesus“ hängen. So lange ihr an mir hängt, erhaltet ihr alles, was ihr zum Leben braucht. In mir habt ihr die Wurzel, die euch nährt und versorgt.

In den letzten Wochen und Monaten war es, zumindest für mich, sehr wichtig und hat mir Halt gegeben: am Weinstock Jesus zu bleiben, die Verbindung mit ihm zu stärken und zu festigen. Mit den täglichen abendlichen Andachten, beim Mit-feiern von Gottesdiensten an Fernsehen und Computer, bei der Beschäftigung mit Gottes Wort im Sonntagsgruß. Lassen wir nicht nach, dieses „Bleiben“ zu üben. Ich wünsche Ihnen:

Bleibt behütet, gesund und zuversichtlich! Und bleibt an Christus als dem Weinstock, der Euch mit allem versorgt, was Ihr braucht!

 

Ihre Pfarrerin

Ulrike Walter