Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21,5)
Liebe Leserin, lieber Leser,
mit dem 1. Advent beginnt ein neues Kirchenjahr und vier Wochen später das neue Kalenderjahr. Das neue Jahr liegt wir ein unbeschriebenes Blatt da und wartet, gefüllt zu werden. Am 1. Advent finden zudem die Wahlen für den Kirchengemeinderat statt und bald beginnt in jeder Gemeinde ein neues Gremium, die Geschicke unserer Gemeinden zu leiten. Wir sind in unruhigen Zeiten mit vielen Veränderungen. An späterer Stelle dieses Gemeindebriefes werden Sie mehr davon lesen. Eine Veränderung wird sein, dass ab Ostern 2026 ein neuer Gemeindebrief mit neuem Layout und größerem Umfang erscheinen wird. Neues kommt immer wieder unweigerlich auf uns zu wie ein neues Jahr. Über und auf einige neue Dinge freuen wir uns, anderen sehen wir mit Sorge entgegen.
Die Worte der Jahreslosung als Ausspruch Gottes sprechen davon, dass alles neu wird, dass Gott alles neu macht. Der Seher Johannes nimmt uns mit hinein in das, was er zu hören und zu sehen bekommt. Es ist die Zeit der ersten Christengemeinden und der Christenverfolgungen. Johannes ist wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus auf die Insel Patmos verbannt. Dort hat er eine prophetische Schau und „es haut ihn regelrecht von den Füßen“ (Offenbarung 1,17). Johannes wird aufgerichtet und der Auferstandene stellt sich ihm vor mit den Worten (1,17b.18): „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 18und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“
Johannes notiert, was er sieht und hört – wie es ihm aufgetragen wird. Fast am Ende des Buches breitet er die Vision der zukünftigen Welt aus, eröffnet den Blick in den neuen Himmel und die neue Erde (Kapitel 21,1-5). Wenn wir Abschied nehmen von einem geliebten Menschen, erinnern wir uns daran, was Johannes notiert hat, wie es ist, wenn wir ganz bei Gott sind: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Unmittelbar danach folgt dieses Wort, das im Jahr 2026 unsere Jahreslosung ist: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“
Ganz am Ende der Bibel wird der Bogen gespannt zum Anfang, als Gott sprach – und „es ward“ (1. Mose 1,3). Wo Gott spricht, geschieht es! Das war so beim ersten Himmel und der ersten Erde, die der Vergänglichkeit anheimgegeben sind. Ebenso werden der neue Himmel und die neue Erde durch das Wort Gottes.
In wenigen Tagen feiern wir Weihnachten, die Geburt des Gottessohnes in unsere vergängliche Welt. Gott eröffnet ein neues Kapitel und kommt selbst in diese Welt. In der Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus dürfen die, die sich an ihn halten, bereits hier in dieser vergänglichen Welt „neu werden“. Der Apostel Paulus beschreibt es so: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Korinther 5,17)
Christus lädt dazu ein, IHM alles Alte, Schwierige, Belastende hinzulegen. ER hat es mit ans Kreuz genommen. So treten wir ins neue Leben – bereits hier auf dieser Erde.
Auch wenn manch Neues, das uns bevorsteht, uns herausfordert, dürfen wir doch getrost weitergehen. Der geht an unserer Seite, der von sich sagt: „Ich bin das A und das O“, … „der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige“.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2026!
Ihre
Pfarrerin Ulrike Walter