Gottesdienste & mehr

Auf dieser Seite informieren wir Sie über die Gottesdienste, die bei uns gefeiert werden, sowie über sonstige Veranstaltungen unserer Kirchengemeinden. Wir freuen uns darauf, Sie zu unseren Gottesdiensten, Gemeindefesten oder bei anderen Gelegenheiten begrüßen zu dürfen!

HEILSAME BESCHRÄNKUNG – GEISTLICHES WORT VON PRÄLATIN DAGMAR ZOBEL

Endlich Ferien!

Die ganze Sehnsucht nach Pause, nach Urlaub, die Freude und Erleichterung über die vor uns liegende freie Zeit schwingt in diesem Wort.

Einfach nur sitzen, nichts tun müssen, die „Seele baumeln lassen“ oder, wie ich beim Kabarettisten Gerhard Polt gelernt habe, einfach nur „herumschildkröteln“, das ist jetzt angesagt.  Auch wenn in diesem Sommer manches nur eingeschränkt möglich ist braucht es diese Unterbrechung. Denn auch der Lockdown und die ganzen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zehren an Kräften und Nerven.  

Viele fühlen sich ausgelaugt und erschöpft und das Bedürfnis nach Erholung und Pause ist groß. 

 

Meistens merken wir es deutlich, wenn wir „urlaubsreif“ sind. Die Arbeit wird immer mühseliger, es fehlt die Lust und Motivation - jetzt ist eine Aus-Zeit vonnöten.  Keiner von uns kann rund um die Uhr wach und aktiv sein. Sicher, es gibt schon mal Situationen, wo das von uns gefordert ist, aber auf die Dauer geht es über unsere Kräfte und macht uns krank.

 

Der Rhythmus von Aktivität und Ruhe bestimmt das menschliche Leben und das der ganzen Schöpfung. Der Wechsel von Tag und Nacht, von Alltag und Feiertag, der Jahreszeitenkreis, unsere gesamte Lebenszeit zwischen Geburt und Tod hat einen Rhythmus, der uns vorgegeben ist, in den wir einschwingen, den wir aber auch mitgestalten. Dieser Rhythmus liegt nicht allein in der menschlichen Natur und unseren körperlichen Grenzen begründet, sondern in Gottes Schöpferhandeln.

 

Im Schöpfungsbericht gleich am Anfang in der Bibel wird dies deutlich:

„Und so vollendete Gott am siebten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.“ (1.Mose 2,2)

 

Erst mit der Ruhe ist das Schöpfungswerk vollständig. Die Ruhe ist nicht der Gegensatz zur Arbeit, sondern ihre notwendige Ergänzung. Die Ruhe schließt die Arbeit ab. Arbeit ohne Ruhe ist unvollständig. Genauso wie umgekehrt die Ruhe ohne Arbeit unvollständig bleibt. Wer nichts mehr zu schaffen hat, ist ja auch unglücklich.

 

Ruhe und Feiern, sagt uns die Bibel noch an einer anderen Stelle, ist nicht nur notwendig und erlaubt, sondern ausdrücklich geboten.

„Du sollst den Feiertag heiligen“, so lautet in der kurzen Katechismusfassung das 3. Gebot. Keines der 10 Gebote wird in der Bibel so ausführlich begründet wie dieses. Schon das zeigt seine zentrale Bedeutung.

 

„Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber der 7. Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht der Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in 6 Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist und er ruhte am 7. Tag. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.“ (2. Mose 20, 8-11)

 

Diese Rückbindung des Feiertages macht deutlich, dass es nicht allein darum geht, sich vom Stress zu erholen und wieder fit für den Alltag zu werden. Es geht darum, bewusst die Hände in den Schoß zu legen und mit der gesamten Schöpfung, auch mit dem Vieh und auch mit der Erde eine Pause einzulegen, nicht selber zu schaffen und zu machen, sondern sich als Teil der Schöpfung Gottes zu begreifen. In der Unterbrechung wird bewusst, dass ER der Schöpfer ist, dem wir uns verdanken und dessen Lob wir darum anstimmen.

 

In der Unterbrechung wird der Mensch darin gebremst, das Letzte aus allem, auch aus sich selbst herauszuholen und sich selbst, die Mitmenschen, die Natur, den Boden auszubeuten.

Der Prophet Jesaja ruft zu solcher Selbstbeschränkung auf: „Wenn du deinen Fuß am Sabbat zurückhältst und nicht deinen Geschäften nachgehst an meinem heiligen Tag und den Sabbat „Lust“ nennst und den heiligen Tag des HERRN „Geehrt“ wenn du ihn dadurch ehrst, dass du nicht deine Gänge machst und nicht deine Geschäfte treibst  und kein leeres Geschwätz redest, dann wirst du deine Lust haben am HERRN.“ (Jesaja 58, 13+14)

 

„Den Fuß zurückhalten, keine Geschäfte treiben“, das ist zweifellos eine Beschränkung, vor allem eine Selbstbeschränkung. Aber sie hilft mir zu unterscheiden: - wo ich von außen bestimmt werde, wo ich benutzt werde, wo ich hilflos bin, - und wo ich bei mir bin, wo ich erkennen kann, wer ich bin, wenn Gott mich mit gnädigen Augen ansieht. Dann entdecke ich den Reichtum, mit dem ich ausgestattet wurde, alle Güte, die mich mein Leben lang begleitet hat, alle Kraft, die mir geschenkt ist, auch hartes Schicksal zu tragen und alle Liebe, die ich geschenkt bekommen habe, die ich geben konnte und immer noch kann.

Dieser Sommer, in dem wir auch in der Feriengestaltung Beschränkungen in vielerlei Hinsicht erleben, mag uns dabei helfen, das zu entdecken.

Gebet (Wochengebet VELKD)

In diesen sommerlichen Tagen genießen wir die Sonne. Ihre Strahlen wärmen uns.
In diesen sommerlichen Tagen schauen wir auf dich, Christus. Du bist das wahre Licht.
Deine Gegenwart macht unser Leben hell.

Deine Wärme, Christus, heile uns – nicht nur uns.


Deine Wärme, Christus, für alle, die leiden, die verzweifeln, die keinen Ausweg finden,
die vor Angst schreien, die mit dem Tod ringen.
Mit deiner Wärme, Christus, umhülle diese Welt,
damit die Schmerzen und der Tod an ihr Ende kommen.
Christus – höre uns. Christus – erbarme dich.

Dein Licht, Christus, erleuchte uns – nicht nur uns.
Dein Licht, Christus, für alle, die in Sorge sind, die Angst vor dem Kommenden haben,
die um ihr Recht kämpfen, die für andere verzichten, die Macht haben.
Mit deinem Licht, Christus, erleuchte diese Welt, damit dein Frieden den Hass überwindet.
Christus – höre uns.
Christus – erbarme dich.

 

Deine Liebe, Christus, erfülle uns – nicht nur uns.
Deine Liebe, Christus, für alle, die so sehr auf Liebe angewiesen sind,
deine Liebe für die Kinder und Jugendlichen, die durch Corona verunsichert sind,
deine Liebe für die Gemeinden in aller Welt, die bedrängt und verfolgt werden,
deine Liebe für alle, die nach der Wahrheit fragen und die das Leben suchen.
Deine Liebe, Christus, erfülle diese Welt, deine Kirche, unsere Herzen,
damit sie diese Welt heilt und verwandelt.

Dir vertrauen wir uns und alle, die zu uns gehören an.
Christus – höre uns heute, morgen und alle Tage.

Vater unser im Himmel…