Pfarrerin Ulrike Walter

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Eure Traurigkeit soll zur Freude werden (Johannes 16, Vers 20)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

wenn Sie den Gemeindebrief erhalten, ist das tolle Treiben der „fünften Jahreszeit“ in vollem Gang und geht seinem Höhepunkt entgegen. Zu Karneval, Fasching, Fastnacht, je nach Gegend, werden allerorten Umzüge stattfinden, es wird gelacht, getanzt, gefeiert. Traurigkeit hat keinen Platz.

Nur wenige Tage später beginnt mit dem Aschermittwoch die Passionszeit. Dies ist in unserem Kirchenjahr die Zeit, in der wir mit Jesus hinaufgehen nach Jerusalem.

 

„Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird überantwortet werden den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten, und sie werden ihn zum Tode verurteilen und den Heiden überantworten, und die werden ihn verspotten und anspeien und geißeln und töten…“

(Markus 10, Vers 33 und 34)

 

So wenig wie die Jünger damals können wir es fassen, dass Jesus diesen Weg geht, dass Gott es zulässt, dass sein Sohn „überantwortet“ wird, zum Tode verurteilt, verspottet und schließlich getötet.

 

Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, dass es so geschehen muss?“ (Matthäus 26, Vers 54), gibt Matthäus die Worte Jesu weiter, als dieser gefangen genommen wird.

 

Sieben Wochen dauert die Passionszeit. Sieben Wochen sind wir eingeladen, den Weg Jesu mitzugehen und die Traurigkeit auszuhalten.

 

 

Eure Traurigkeit soll zur Freude werden.“

 

Jesus macht deutlich: Sterben und Tod sind nicht das Letzte. Am Ende werden das Leben und die Freude triumphieren.

Und dann kommt der Ostermorgen. Die Frauen stehen fassungslos vor dem leeren Grab – und können zunächst keine Freude empfinden.

 

ER ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“

 

Maria begreift es, als er, den sie für den Gärtner hält, sie beim Namen nennt. Den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus gehen die Augen auf, als er das Brot bricht und das Mahl mit ihnen hält. „Mein Herr und mein Gott!“ Thomas erkennt und bekennt ihn, als Jesus ihm die Wunden der Kreuzigung zeigt.

 

Eure Traurigkeit soll zur Freude werden.“

 

Ja, Jesus ist den Weg des Leidens gegangen. Er war ganz unten. Gerade deshalb kann er uns verstehen, wenn wir ganz unten sind, wenn uns im Leben Traurigkeit umfängt. Am Ende triumphiert das Leben!

Wie in diesen Tagen, da das Leben neu erwacht in der Natur. Was tot schien, beginnt zu wachsen und zu blühen. Die Welt wird gefüllt mit Gesang und Farben. Die dunkle Zeit ist überwunden. Neues Leben beginnt.

So lassen Sie uns in der Passionszeit die Traurigkeit aushalten, wenn wir mit Jesus hinaufgehen nach Jerusalem und seinen Leidensweg bedenken. Denn diese Zeit mündet in den Ostermorgen, wenn wir das neue Leben feiern. Lassen wir am Osterfeuer die Auferstehungslieder erklingen und uns in den Ostergottesdiensten zurufen:

 

„Der HERR ist auferstanden! ER ist wahrhaftig auferstanden!“

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Kar- und Osterzeit!

 

Ihre Pfarrerin

Ulrike Walter