Pfarrerin Ulrike Walter

Hauptstraße 51

74925 Epfenbach

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Telefax: 07263-3216

E-Mail: Ulrike.Walter@kbz.ekiba.de



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

 

 

Singet dem Herrn ein neues Lied, singet dem Herrn, alle Welt!’ Denn Gott hat unser Herz und Mut fröhlich gemacht durch seinen lieben Sohn, welchen er für uns gegeben hat zur Erlösung von Sünden, Tod und Teufel. Wer solchs mit Erst gläubet, der kanns nicht lassen, er muß fröhlich und mit Lust davon singen und sagen, daß es andere auch hören und herzukommen. So schreibt Martin Luther in der Vorrede zum Babstschen Gesangbuch, das 1545 erscheint. Sie finden dieses Zitat in unserem Evangelischen Gesangbuch (EG) bei der Nr. 287.

Singen ist ein wesentlicher Teil unserer evangelischen Kultur und unserer Gottesdienste. Wer „fröhlich und mit Lust“ seinen Glauben singend verkündet, seine Lieder hören lässt, der wird andere Menschen anziehen. Singen kann aufrichten, Trost und Mut geben. Singen ist Gebet, denn wer singt, betet doppelt (so der Kirchenvater Augustinus). Mit dem Singen von Glaubensliedern stehen wir in der Tradition der Bibel. Hier sind vor allem die Psalmen zu nennen, Lieder die seit Jahrtausenden mit verschiedenen Melodien gesungen und gebetet werden. Wir stehen zudem in der Tradition der Kirche, denn Kirche war von Anfang an „singende Kirche“ [EG 893 I (1)].

 

„Singet dem Herrn ein neues Lied“ – fordert uns auch der Schriftzug an der Empore unter der Orgel in Epfenbach auf. Seit Generationen werden die Lieder in den Gottesdiensten in unseren Kirchen von einer Orgel begleitet (siehe dazu eigenen Bericht). Wie voll tönt das Gotteslob etwa beim Choral „Großer Gott, wir loben dich“ unter Begleitung der Orgel. Die neuen Lieder heutiger Zeit scheinen nicht immer zur Orgel zu passen und die Orgel nicht zu den Liedern. Schon immer aber wurden auch andere Instrumente eingesetzt, ich denke nur an die zahlreichen Posaunenchöre im Land. „Leisere Instrumente“ wie die Gitarre haben es als Begleitinstrument in der Kirche oft schwer.

 

„Singet dem Herrn ein neues Lied“. Wir gehen auf das Ende des Kirchenjahres mit seinen Dank- und Gedenktagen zu. Jedes Ereignis hat seine geprägten Lieder, die zeitlos sind und uns bis heute tragen. „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand…“ stimmen wir beim Erntedankfest am 7. Oktober an und lassen unser Lob einfließen in den Kehrvers „Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn…“ Mit dem Reformationstag verbinden wir die Lieder Martin Luthers, der viele neue Lieder verfasst hat. Im Gottesdienst am 31. Oktober um 19 Uhr in Spechbach werden wir das diesen Tag prägende Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ anstimmen und uns an Luthers befreiende Erkenntnis erinnern, dass „der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“ (Römer 3,28) Mit den Freunden aus Hangelsberg, die in diesen Tagen bei uns weilen, feiern wir diese Erkenntnis und treten zum Abendmahl an den Tisch des Herrn. Am Buß- und Bettag rufen wir Gott mit unseren Liedern und Gebeten um sein Erbarmen an und erfahren, dass Gott uns aus der Tiefe herausholt, „damit ich lebe“ (EG 628). Geborgenheit und Trost erfahren wir am Ewigkeitssonntag, wenn wir unserer Verstorbenen gedenken und erkennen, dass unsere Zeit in Gottes Händen steht. Voller Vertrauen singen wir „Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los. Vater, du wirst bei mir sein.“ (EG 644,1)

 

„Singet dem Herrn ein neues Lied, singet dem Herrn alle Welt!“

Ich lade Sie ein, alleine oder mit anderen zusammen, im Chor oder im Gottesdienst, unter der Begleitung der Orgel, des Keyboards, der Gitarre oder eines anderen Instrumentes, das Gotteslob mit alten und neuen Liedern anzustimmen und in die Welt zu tragen. Denn, um mit Luther zu sprechen, einer, der Christus im Herzen trägt, „der kanns nicht lassen, er muß fröhlich und mit Lust davon singen und sagen, daß es andere auch hören und herzukommen.“

Ich freue mich, wenn auch Sie es nicht lassen können, mit Lust die Lieder des Glaubens zu singen.

Ihre Pfarrerin

Ulrike Walter